

Energiesparen an der WRS
Was wir in den vergangenen Jahren alles erreicht haben:
Diagramme:
Strom
Heizung
Installation von Thermostatventilen
Nach vielen vergeblichen Versuchen ließ sich die Stadt 1994 davon überzeugen, in der gesamten Schule Thermostatventile zu installieren. Dafür wurde im Gegenzug der Referenzwert, auf den wir unseren aktuellen Energieverbrauch beziehen, um die Einsparungen zu ermitteln, um 5% gesenkt. Die Thermostatventile sind frei drehbar, also keine Behördenmodelle. Auf diese Art kann das Nutzerverhalten an der Schule optimal eingeübt werden. Es hat sich dabei gezeigt, dass viele Klassen die Heizung weiter hinunterdrehen, als wir gedacht hatten. Als Nachteil bleibt jedoch, dass die Heizkörper in den Fluren gelegentlich weiter aufgedreht werden als unbedingt nötig (wir haben uns auf niedrigere Flurtemperaturen geeinigt), und dass es vorkommt, dass Heizkörper in den Klassen bei Sonnenschein völlig abgedreht werden. In diesem Fall beginnt der nächste Wintertag in einem völlig unterkühlten Klassenraum, was immer mal wieder für Unmut sorgt.
Insgesamt kann man sagen, dass das Thema "Energiesparen" bei frei drehbaren Thermostatventilen in einer Schule nie verstummt, sondern stets aktuell bleibt...
Vermeidung der Beheizung ungenutzter Räume
Es kommt an Schulen immer wieder vor, dass leerstehende Räume weiter beheizt werden müssen, weil andere, zur selben Zeit genutzte Räume im selben Heizkreis liegen.
Hier haben wir mit einfachen Mitteln eine zeitabhängige Steuerung gebaut, die es gestattet, per Schaltuhr auf ein Thermostatventil einzuwirken. Für diesen Zweck gibt es bei den gängigen Firmen (Danfoss, Heimeier, u.a.) sog. beheizbare Thermostatventile, die mit 12 oder 24V arbeiten und dem Ventil eine künstlich erhöhte Temperatur vorgaukeln. Wird ein solches Ventil per Schaltuhr betrieben, lässt sich ein Raum individuell beheizen.
Nachteil: Wenn man das Programm ändern will, muss man extra in den Raum gehen.
Neuerdings gibt es Funkthermostate (z.B. bei Conrad, ELV), die batteriebetrieben und relativ preisgünstig sind. Mit diesen Geräten kann man von einer Zentralstelle (z.B. Lehrerzimmer) aus alle Thermostate verwalten.
Energieeinsparung durch besseres Nutzerverhalten, Schaffung von Verantwortlichkeit
Wie bringt man Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrkräfte, zu einem energiebewussteren Verhalten im Schulgebäude ?
In Schulen wird viel Energie zum Fenster herausgeheizt, weil Schülerinnen und Schüler vergessen, nach dem Verlassen des Klassenraumes die Fenster und Türen zu schließen und die Heizung zu regulieren. Außerdem brennt oft noch das Licht.
Durch den Wettbewerb "Umweltfreundliche Klasse" wollten wir verantwortliches Verhalten im eigenen Schulgebäude zum Schutze der Umwelt stärker ins Bewußtsein bringen und fördern.
Ziel:
- Klassen, denen Luftverschmutzung, Wald, Klima und Gewässerbelastung nicht egal sind und
- die deshalb darauf achten, dass nicht unnötig zum Fenster hinaus geheizt bzw. Strom verbraucht wird
- die sich die größere Mühe mit Müllvermeidung und der Sauberhaltung des Klassenzimmers machen
- die auch mal bereit sind, etwas "Dreck" von den anderen wegzuräumen
- die selbst eine kleine Umweltschutzaktion durchführen
sollen am Schuljahresende belohnt werden.
Durchführung:
Jeder Klassenraum wird 3 mal pro Woche von einer Lehrerjury bewertet. Besondere (positive) Aktionen werden von den Klassenlehrer/Innen der Jury gemeldet. Am Schuljahresende erfolgt die Auswertung und Siegerehrung. Zwischendurch gibt es eine Rückmeldung über den Zwischenstand.
Kriterienkatalog:
- Beim Verlassen des Klassenraumes (mittags und bei Raumwechsel):
- Heizkörperdrehknopf höchstens zwischen "2" und "3" ?
- Boden nicht übersät von Müll, Tische sauber ?
- Licht aus?
- Fenster und Tür geschlossen ?
- Möglichst wenig vermeidbarer Müll (wie Einwegverpackungen, Getränkedosen, Glasflaschen,...) im Papierkorb?
- Flurbereich vor der Klassentür: Fenster geschlossen, Heizkörper zwischen "1" und "2" gestellt ?
- Besondere Aktionen zum Umweltschutz (der Jury über Klassenlehrer melden). Dazu zählt auch: Meldung von Störungen (z.B. tropfende Wasserhähne, defekte Toilettenspülungen) im Sekretariat
Ergebnisse:
Diagramm Strom
Diagramm Heizung
Preise:
1. Preis: Ein zusätzlicher Wandertag
weitere Preise: Sachpreise...
Die Energie-AG hat den Energieverbrauch der Schule begleitend dazu monatlich untersucht und mit dem Vorjahr verglichen, wobei eine Witterungsbereinigung vorgenommen wurde. Der Schulöffentlichkeit und der Gesamtkonferenz wurden Rückmeldungen über die Ergebnisse anhand geeigneter Balkendiagramme (siehe Ergebnisse und Anfang) gegeben.
Teilhabe an den eingesparten Energiekosten
Im Dezember 1993 stellten wir bei der Stadt Lüneburg den Antrag, zu 50% an den nachweislich durch uns eingesparten Energiekosten beteiligt zu werden. Im Frühjahr 1994 wurde die AG "Energie" in den Umweltausschuss der Stadt eingeladen und stellte ihr Konzept vor. Die Politiker aller Parteien waren gleichermaßen angetan von der neuen Idee. In der Folgezeit arbeiteten Vertreter der Verwaltung und der AG-Leiter daran, wie die Referenzwerte festgelegt werden sollten, wie die Witterungsbereinigung durchzuführen ist und nach welchem Rechenschema die Einsparungen und Vergütungen zu ermitteln sind. Ab 1995 gab es für die Raabe-Schule Geld zurück, das dann für weitere Maßnahmen zum Energiesparen verwendet wurde. Da das Konzept sehr gut funktionierte, wurde es ein Jahr später auf alle interessierten Lüneburger Schulen ausgedehnt.
Seit dem Jahr 2004 ist die Rückvergütung auf 30% gekürzt worden.